Allgemeine Infos
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Mit Entdeckung der
Zugriffsmöglichkeiten auf die einzelnen Bausteine der Materie sowie dem
damit zunehmenden Verständnis der Selbstorganisation dieser Bausteine hat
weltweit die industrielle Eroberung nanoskaliger Dimensionen eingesetzt.
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- Rein geometrisch bezeichnet die Vorsilbe "Nano" (griech: Zwerg) einen
Größenbereich, der 1000fach kleiner als derjenige derzeitiger
Bauelemente des Mikrometerbereiches ist (1nm entspricht dem millionsten Teil
eines mm). Dieser Bereich wird sowohl durch Einsatz neuer physikalischer
Instrumente und Verfahren auf dem Wege einer weitere Verkleinerung
derzeitiger Mikrosysteme erreicht, als auch durch die Nutzung von
Bauplänen der belebten und unbelebten Natur zum selbstorganisierenden
Aufbau von Materie. Erst wenn es gelingt, diese atomare und molekulare
Dimension sicher zu beherrschen, entstehen die Voraussetzungen für die
langfristig belastbare Optimierung von Produkteigenschaften im Bereich:
- Energietechnik (Brennstoffzellen, Batterien, Solarzellen, Gasspeicher,
etc. )
- Umwelttechnik (Materialkreisläufe, Entsorgung, Reinigung, etc. )
sowie der
- Informationstechnik (hochdichte Speicher, leistungsfähige
Prozessoren, etc. ),
- aber auch der Gesundheit und des Alterns.
- In der Nanotechnologie geht es primär um die Nutzung neuer
Funktionen, die einerseits auf der geometrischen Größe und
andererseits auf den materialspezifischen Eigenheiten von Nanostrukturen
basieren. Daher werden die Eigenschaften von Nanosystemen von den
technologischen Möglichkeiten her diskutiert und nicht von z.B.
speziellen Zielen der Informationstechnik und Biowissenschaften.
- Bei der Eroberung dieser Nanometer-Dimension hat das inzwischen erreichte
Innovationstempo dazu geführt, daß noch die physikalischen
Grundlagen weiter erforscht werden, während schon erste Produktgruppen
die Weltmärkte betreten, deren Verkaufserfolge ihre Ursachen in der
Realisation nanoskaliger Architektur mit neuen makroskopischen Funktionen
haben.
- Zur Generierung von Nanosystemen wurden bisher zwei Wege der Forschung
und Entwicklung eingeschlagen und innerhalb der jeweiligen Disziplin
verfolgt:
- Einerseits versuchte man die in der belebten Natur ablaufenden
Vorgänge zu verstehen und die gewonnenen Erkenntnisse für
technische Fragestellungen zu nutzen. Das dabei wachsende Verständnis
von sich selbst organisierenden Strukturen und Funktionseinheiten wurde
speziell im Bereich der lebenswissenschaftlichen Forschung und bei der
Entwicklung neuer Materialien angewendet.
- Andererseits wurde in der unbelebten Welt durch stetig kleiner
hergestellte Strukturen und Grundelemente neuer Materialien der Weg in die
Nanometerdimension eingeschlagen. Dadurch gewonnene Erkenntnisse lieferten
i.w. Beiträge zur Elektronik, Optoelektronik und Sensorik.
- Die industrielle Chance liegt in einer Verküpfung dieser zum einen
mehr künstlich und zum anderen mehr evolutionär getriebenen
Techniken, um sowohl einen hohen Durchsatz als auch eine ausreichende
Reproduzierbarkeit zu sichern. Das bedeutendste Potential für
Innovationen aus der Nanowelt wird von Experten deshalb in der Kombination
dieser beiden Entwicklungswege gesehen. Daher ist jetzt ein neuer
innovationsorientierter Ansatz notwendig, der dem interdisziplinären
Charakter dieses Technologiefeldes entspricht. Da Technologien zur
Aufklärung und gezielten Beeinflussung von Bauplänen der belebten
und unbelebten Materie inzwischen als prinzipiell realisierbar erkannt sind,
geht die Einschätzung international anerkannter Experten sogar soweit,
daß zukünftigen innovativen Produkten schon jetzt eine mindestens
ähnlich bedeutende Entwicklung zugewiesen wird, wie sie die
Informationstechnik nach der Erfindung des Transistors und der Herstellung
integrierter Schaltkreise durchgemacht hat. Teilweise wird der
Nanotechnologie sogar eine epochale Bedeutung zugesprochen, da eine
interdisziplinäre und branchenübergreifende Vorgehensweise nicht
nur für die kontinuierliche Entwicklung der Mikroelektronik sondern auch
für weitere High-Tech-Bereiche marktentscheidende Beiträge liefern
kann. Die absehbar erreichbaren Kriterien einer im Idealzustand atomaren und
molekularen Kontrolle makroskopischer Produkteigenschaften sind dabei sowohl
für Hersteller als auch für die Kunden faszinierend, ihre
Beherrschung im weltweiten Wettbewerb, der schon voll entbrannt ist,
erfolgsentscheidend. Man erwartet daher einen bedeutenden Einfluß auf
den Güter- und Arbeitsmarkt des 21. Jahrhunderts.
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